Wenn wir über die Bands sprechen, die die moderne ukrainische Musikkultur geprägt haben, dann steht Druga Rika definitiv auf dieser Liste. Als Mitte der 1990er Jahre ein paar Jungs aus Zhytomyr anfingen, mit Depeche Mode zu proben, konnte sich niemand vorstellen, dass sie ein paar Jahre später zu einem der wichtigsten Symbole der ukrainischen Rockszene werden würden.
"Druga Rika" ist heute eine Band, die Stadien füllt und deren Lieder von mehreren Generationen von Fans gesungen werden. Von den Proben im Saal des Pädagogischen Instituts von Zhytomyr gelangten die Künstler auf die großen Bühnen der Hauptstadt. Während dieser Zeit änderte sich die Zusammensetzung der Band mehrmals, es gab Phasen kreativer Flaute und ernste gesundheitliche Probleme des Leadsängers. Aber trotz allem blieb "Druga Rika" ihren Zuhörern und ihrem Stil treu, spielte Konzerte in Europa und zu Hause und bewies, dass echte Rockmusik kein Verfallsdatum hat und selbst in den dunkelsten Zeiten die Herzen zu vereinen vermag. Anlässlich des 30-jährigen Bestehens der Band erinnern wir uns daran, wie die Zhytomyr Romantics Kiew, Europa und die Herzen von Hunderttausenden von Fans erobert haben.
Die Geburt der Band in Zhytomyr
Offiziell gilt das Jahr 1996 als die Geburtsstunde der Band "Druga Rika", doch die Gründung des musikalischen Kollektivs fand schon etwas früher statt. Alles begann Anfang der 1990er Jahre, als sich in der ukrainischen Stadt Zhitomir zwei Musiker mit ähnlichen Ansichten über Kreativität und dem unwiderstehlichen Wunsch, eigene Songs zu schreiben, trafen. Es handelte sich um den künftigen Bandleader Valery Kharchyshyn und den Gitarristen Alexander Baranovsky.
Zu dieser Zeit war die ukrainische Musikszene gerade dabei, ihren Stil und Charakter zu formen, und junge Künstler versuchten sich in verschiedenen Formaten - von klassischem Rock und Pop-Rock bis hin zu eigenen Genre-Experimenten. In einer solchen Atmosphäre begann die Gründung von Druga Rika.
Die Kindheit von Valery Kharchyshyn und anderen Gründern
Der spätere Frontmann der Band, Valeriy Kharchyshyn, wurde am 26. Mai 1974 in der Kleinstadt Lyubar (Region Zhytomyr) geboren. Seine Bekanntschaft mit der Musik begann in seiner frühen Kindheit - in einer Musikschule, wo der Junge Trompete spielen lernte. Wie sich der Künstler später in einem Interview erinnerte, hörte er damals hauptsächlich Klassiker. Der Rock trat etwas später in Form von The Cure und Depeche Mode in das Leben des jungen Mannes.
Übrigens wurde Kharchishin fast zufällig Sänger. Nach seinem Schulabschluss besuchte Valery das Zhytomyr Ogienko College of Culture and Arts, um Blasinstrumente zu studieren. Der junge Mann wollte Trompeter werden und war überzeugt, dass er nicht singen konnte. Doch bei der Prüfung sang er auf Wunsch eines Kommissionsmitglieds "Reve ta stogne Dnipro broad" (ein Lied, das auf Gedichten des ukrainischen Dichters Taras Schewtschenko basiert), und alle waren überzeugt, dass er singen konnte.
Zwei weitere Gründer der Band - Victor Skuratovsky (Bassgitarre) und Alexander Baranovsky (Gitarre) - stammen ebenfalls aus Zhytomyr. Alle drei trafen sich im Studentenwohnheim des Colleges. Dies war der Beginn der Geschichte des Aufstiegs des Kollektivs.
Die ersten Proben im Pädagogischen Institut
1995 gründeten Kharchishin, Skuratovskiy und Baranovskiy eine Band namens Second River. Die ersten Proben fanden in den Räumen des Pädagogischen Instituts von Zhytomyr statt. In dieser Bildungseinrichtung traten die Jungs übrigens auch zum ersten Mal in Bandbesetzung auf. Ende 1996 stieß Schlagzeuger Alexey Doroshenko zur Band.
Englischsprachiges Repertoire und Depeche Mode-Einfluss
Zu Beginn ihres kreativen Weges sang die Band ausschließlich in englischer Sprache und orientierte sich am Sound von Depeche Mode mit seinen elektronischen Texturen, seiner Zurückhaltung und Synthesizer-Kälte. Parallel dazu war aber auch der Gitarreneinfluss von The Cure zu spüren. Diese Mischung aus Electronica, Postpunk und Rock wurde zum Ausgangspunkt für die Ästhetik, die Druga Rika später in ihren eigenen erkennbaren Stil verwandelte.
Änderung des Bandnamens und Wechsel zur ukrainischen Sprache
Die Zeit von 1998-1999 war ein Wendepunkt für die Band. Die Demos von Second River wurden von Volodymyr Luchkin gehört, der später Tourmanager einer anderen legendären ukrainischen Rockband, Okean Elzy, wurde. Er war beeindruckt von der Kreativität der jungen Musiker. Er lud die Band ein, für das Festival "Maybutniye Ukrainy" vorzuspielen, und bot ihnen auch an, in seinem Studio in Kiew Aufnahmen zu machen.
Warum Second River zu "Another River" wurde
Der Übergang vom englischen zum ukrainischen Repertoire und die gleichzeitige Änderung des Namens ("Druga Rika" - wörtliche Übersetzung von Second River) ist eine bewusste Entscheidung der Band. Obwohl es in den späten 1990er Jahren kommerziell riskant war, auf Ukrainisch zu singen, wurde dieser Schritt für die Musiker zu einem Manifest ihrer kreativen Identität. So wurde Druga Rika von Mitläufern westlicher Trends zu originellen Künstlern. Die Namensänderung fand gerade während der Vorbereitungen für das Festival "Chervona Ruta 1999" statt. Von diesem Moment an begann die neue Geschichte der Band.
Umzug nach Kiew und die ersten ernsthaften Festivals ("Chervona ruta", "Maybutne Ukraina").
Nach der Namensänderung zogen die Künstler nach Kiew. Das Debüt auf der Plattform der Hauptstadt fand auf dem Festival "Rock-Existence" statt. Dann gab es "Chervona ruta". Doch der wirkliche Durchbruch gelang 1999 auf der Bühne von "Maybutne Ukraina". Damals belegte die junge Gruppe den ersten Platz und setzte sich gegen mehr als hundert Konkurrenten durch.
Durchbruch auf der großen Bühne und erste Hits
Nach den Festivalerfolgen wurde den Musikern aus Zhytomyr der Weg zu professionellen Aufnahmestudios geöffnet. Im Herbst 2000 nahm "Druga Rika" ihr Debütalbum auf und veröffentlichte es. Die Tracks wurden sofort im Radio gespielt. Der Weg zur großen Bühne beginnt.
Debütalbum "I am" und Unterstützung von Skryabin
Eine der ersten Personen, die Druga Rika in Kiew traf, waren die Musiker von Skryabin. Sie halfen den aufstrebenden Künstlern bei ihren Tracks und unterstützten sie am Anfang ihrer kreativen Reise. Mit der Unterstützung von Skryabin nahm die Band aus Zhytomyr ihr erstes Album "I am" auf. Die Platte markierte endgültig die kreative Handschrift der Band: Live-Gitarrensound, tiefgründige Texte, Intonationen an der Grenze zu Rock und Lyrik. Im Herbst desselben Jahres 2000 wurde "Druga Rika" zur Eröffnungsband des PROSTO ROCK Festivals.
Goldene Ära und Höhepunkt der Popularität (2004-2009)
Die Band reiht sich endgültig in die Reihe der wichtigsten ukrainischen Rockbands ein. Die Hallen werden größer, die Tournee-Routen breiter und das Publikum treuer. Anfang 2005 veröffentlicht "Druga Rika" die Single "So little here for you", die für Furore sorgte. Die Komposition hielt sich 32 Wochen lang an der Spitze der ukrainischen Charts. Im April desselben Jahres, auf dem Höhepunkt ihrer Popularität, veröffentlichte die Band ihr drittes Album - "Rekordi", das "golden" wurde. Die Sammlung enthielt Hits, die populär wurden: "P'yu z yuh dolon", "Sleep to Tomorrow", "Vidchinyay", "Tri khvilini". Bis heute dürfen diese Lieder bei keinem Konzert fehlen, egal ob es sich um einen Auftritt in der Ukraine oder eine Tournee durch europäische Städte handelt.
Mit der Veröffentlichung des Albums "Rekordi" ging die Band zum Modell der vollständigen Eigenproduktion über, indem sie das Management, die Kostüme, das Bühnenbild, die Aufnahmen und die Entwicklung ihres eigenen Stils selbst in die Hand nahm.
Im Jahr 2006 wurde die Single "DenNich" veröffentlicht, die traditionell für die Band nicht nur ein populärer Hit, sondern der beste Song des Jahres wurde. Bald darauf präsentiert "Druga Rika" eine weitere Sammlung der 13 besten Titel, die dem 10-jährigen Bestehen der Band gewidmet ist.
Zwei Jahre später wird ein weiteres, viertes Album "Fashion" mit dem dynamischen Hit "Furia" veröffentlicht. Es löst bei den Konzerten stets eine starke Resonanz beim Publikum aus. In diesem Jahr erringt Kharchishin einen weiteren Sieg - er erhält den Titel des besten Sängers beim Musikpreis "NePopsa".
Experimente und neue Horizonte
Die 2010er Jahre wurden für die Band zu einer Zeit der kreativen Suche und der Experimente. "Druga Rika" gab die Schablone Pop-Rock zugunsten komplexerer Formen auf.
Im Jahr 2011 veröffentlichten die Künstler einen gemeinsamen Song mit Vera Brezhneva "Say" - lyrische Musik mit sozialen Untertönen. 2012 wurde der erste Teil des Albums "Metanoia" veröffentlicht. Gleichzeitig startet Kharchyshyn einen Wohltätigkeitsmarathon "I will live" - ein soziales Projekt, das dem Kampf gegen Lymphome gewidmet ist. Seitdem ist die Wohltätigkeit ein fester Bestandteil des sozialen Lebens der Musiker geworden.
2014 wurden das sechste Studioalbum Supernation und der gleichnamige Musikfilm über die Band veröffentlicht. Zur gleichen Zeit erfährt die Band eine weitere Veränderung in ihrer Zusammensetzung - einer ihrer Gründer, Viktor Skuratovsky, verlässt die Band, der sich statt für die Musik für die Produktion von Musikvideos entschieden hat. Er wurde durch den Gitarristen Andriy Lavrynenko ersetzt.
"Druga Rika", deren Biografie viele leuchtende Seiten hat, entscheidet sich 2025 für ein weiteres kühnes Experiment - sie startet eine Konzertreihe mit dem Orchester für Volksinstrumente NAONL in der Nationaloper der Ukraine. Das Publikum hat die Zusammenarbeit begeistert aufgenommen - bei jeder Aufführung waren die Säle voll.
Im Jahr 2016 geht die Band zu Ehren ihres 20-jährigen Bestehens auf eine Tournee durch die Ukraine, die mehr als 20 Konzerte umfasst, und im nächsten Jahr erfreut sie ihre Fans mit der nächsten Kollektion "Piramida". In dieser Zeit sind die ukrainischen Stars in Europa, den USA und Kanada häufig zu Gast, und das Publikum kauft schnell Tickets, sobald die Orte und Daten der kommenden Konzerte bekannt gegeben werden.
"Druga Rika" jetzt: 30. Geburtstag, neue Singles und Musikvideos
In den Jahren 2025-2026 steht das nächste Jubiläum der Band an, ebenso wie neue Veröffentlichungen und große Konzerte. Selbst jetzt, wo die Künstler bereits 30 Jahre kreativer Tätigkeit hinter sich haben, überraschen sie ihre Fans immer wieder mit neuen Hits.
Neue Singles und Musikvideos 2022-2026
Nach einer vorübergehenden Pause kehrte die Band zur Studioarbeit zurück. Im Jahr 2025 präsentierten sie die Single "Zalishayu dim", die Millionen von Ukrainern gewidmet ist, die ihre Heimat verlassen mussten. Im Jahr 2026 wurde eine weitere Neuheit veröffentlicht - "7'Ya in online" - über Liebe und Intimität in einer Zeit, in der physische Anwesenheit zum Luxus geworden ist.
Das Hauptereignis der Jahre 2025-2026 war die Jubiläumsshow "I am! 30 Rokiv", die dem 30-jährigen Bestehen des Kollektivs gewidmet war. Nach der grandiosen Show im Palast des Sports in Kiew ging Druga Rika auf Tournee in der Ukraine und in Europa.
Aktuelle Besetzung und Leben der Mitglieder
Die Zusammensetzung der Gruppe "Druga Rika" im Jahr 2026:
Valeriy Kharchyshyn - Gesang, Trompete, Texte;
Oleksandr Baranovsky - Gitarre;
Oleksiy Doroshenko - Schlagzeug;
Sergey Bilichenko - Gitarre;
Sergey (Shura) Gera - Tasten, Hintergrundgesang;
Andrey Lavrinenko - Bassgitarre.
Die Mitglieder des Kollektivs sind längst nicht mehr nur musikalisch aktiv. Valery Kharchishin zum Beispiel hat sich erfolgreich im Kino verwirklicht, engagiert sich in der Öffentlichkeit, nimmt an verschiedenen Projekten teil, eines der bekanntesten ist "Dancing with the Stars". Andere Mitglieder der Gruppe beschäftigen sich parallel dazu mit der Herstellung von Clips und der Entwicklung der Plattenindustrie.
Diskografie und prestigeträchtige Nominierungen
Drei Jahrzehnte lang hat "Druga Rika" etwa ein Dutzend Alben und Kompilationen veröffentlicht, darunter die wichtigsten:
"I Am";
"Zwei";
"Recordi";
"Fashion";
"Metanoia";
"Piramida".
Im Laufe ihrer Karriere hat die Band viele prestigeträchtige Musikpreise und Nominierungen erhalten. Darunter sind YUNA, Bester ukrainischer Act bei den MTV Europe Music Awards, "Zolota zhyr-bird". Aber die wichtigste Errungenschaft ist die Liebe des Publikums, die es den Künstlern erlaubt, seit 30 Jahren Hallen und Stadien zu füllen.