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„Kushnir“. Filmvorführung und Gespräch mit dem Regisseur Sergej Erzhenkov
„Kushnir“. Filmvorführung und Gespräch mit dem Regisseur Sergej Erzhenkov

„Kushnir“. Filmvorführung und Gespräch mit dem Regisseur Sergej Erzhenkov

Am 25. Oktober um 18:00 Uhr wird im Rahmen der Reihe „Berliner Begegnungen“ von Alexander Smoljanski der Dokumentarfilm „Kushnir“ gezeigt. Sein Protagonist ist ein hervorragender Pianist, ein talentierter Schriftsteller und ein furchtloser Mensch, der sich offen gegen den Krieg ausgesprochen hat. Im Jahr 2024 wurde Pawel Kuschnir wegen seiner antimilitaristischen Äußerungen im Internet festgenommen. Seinen YouTube-Kanal hatten zu dieser Zeit lediglich fünf Personen abonniert. Im Untersuchungsgefängnis von Birobidschan trat Kuschnir in einen Trockenhungerstreik und starb, noch bevor er vierzig Jahre alt wurde.
Informationen

Film in russischer Sprache mit englischen Untertiteln.
Laufzeit: 75 Minuten.
Im Anschluss an den Film findet eine Diskussion mit dem Regisseur Sergej Erzhenkov statt.

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Oktober 2026 (1 Veranstaltung)
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„Kushnir“. Filmvorführung und Gespräch mit dem Regisseur Sergej Erzhenkov
25.10.2026 25.10.2026
25
Okt 2026
So, 18:00
Berlin
Jüdische Gemeinde

Eventbeschreibung

Am 25. Oktober um 18:00 Uhr wird im Rahmen der Reihe „Berliner Begegnungen“ von Alexander Smoljanskij der Dokumentarfilm „Kushnir“ gezeigt. Sein Protagonist ist ein hervorragender Pianist, talentierter Schriftsteller und furchtloser Mensch, der sich offen gegen den Krieg ausgesprochen hat.

Im Jahr 2024 wurde Pawel Kuschnir wegen seiner kriegskritischen Äußerungen im Internet festgenommen. Sein YouTube-Kanal hatte zu dieser Zeit lediglich fünf Abonnenten. Im Untersuchungsgefängnis von Birobidschan trat Kuschnir in einen Trockenhungerstreik und starb, noch bevor er vierzig Jahre alt wurde.

Der Film reduziert Kuschniers Schicksal nicht auf die Geschichte eines weiteren Opfers politischer Repressionen. Den Regisseur interessiert vor allem Pawel selbst: Woher nahm dieser fast niemandem bekannte und äußerst einsame Mensch die Entschlossenheit, seine moralische Entscheidung zu treffen und nicht davon abzuweichen, selbst wenn er dafür sein Leben opfern musste?

Kuschnir absolvierte das Moskauer Konservatorium und arbeitete als Solist der Philharmonie. Der Musik ging er mit fast fanatischem Anspruch an: Stundenlange Übungen am Klavier endeten manchmal mit blutigen Fingern. Gleichzeitig verfasste er experimentelle Prosa, verteilte antikriegsgerichtete Flugblätter und träumte ernsthaft davon, eines Tages die Erde zu verlassen und zum Mars zu reisen. In seinen letzten Videos sprach er offen über den Krieg und rief dazu auf, sich ihm zu widersetzen.

Literarischer Ruhm interessierte ihn kaum. Anstatt nach Verlegern zu suchen oder am literarischen Leben teilzunehmen, füllte er Hefte mit Manuskripten und gab sie an Freunde weiter. Zu Lebzeiten wurde lediglich „Russkaja Narezka“ veröffentlicht, das nahezu unbemerkt blieb. Den Roman „Noël“ schuf Kuschnir als riesige Collage aus einer Vielzahl fremder Stimmen – von der antiken Literatur bis zu den Beatniks. Erst nach seinem Tod begannen die Leser, diesen Autor für sich zu entdecken.

Sergej Erzhenkov verzichtet bewusst darauf, seinen Helden nur als Opfer darzustellen: „Er war so frei, wie ein Mensch überhaupt frei sein kann. Ein Brocken. Ein Rebell. Ein Anarchist.“

Für den Aufbau des Films bediente sich der Regisseur eines künstlerischen Schemas, das Kuschnir selbst für seinen nie realisierten autobiografischen Film „Sechs Müde“ entwickelt hatte. Der Film ist in drei Teile gegliedert – „Der Prophet“, „Der Schöpfer“ und „Der Rebell“. Das musikalische Bild des „Propheten“ ist mit Rachmaninow verbunden, das des abschließenden „Rebellen“ hingegen mit Skrjabins „Prometheus“.

Die Geschichte setzt sich aus Tagebucheinträgen, privaten Aufzeichnungen, erhaltenen Filmaufnahmen und Erzählungen von Menschen zusammen, die Pawel kannten. An ihn erinnern sich Grace Chatto, Mitglied der Band Clean Bandit, der Musikwissenschaftler Michail Kazinik und der Journalist Dmitri Woltschek. Mit Genehmigung der Familie haben die Filmemacher mithilfe künstlicher Intelligenz Kushnirs Stimme rekonstruiert, mit der Auszüge aus seinem Tagebuch vorgelesen werden.

Die Dreharbeiten konnten dank privater Spenden beginnen, wobei der Großteil der ersten Beiträge aus Russland stammte. Für einige der Protagonisten war die Teilnahme an dem Film mit Risiken verbunden, weshalb die Filmemacher ihre Namen verbergen oder bereits aufgezeichnete Szenen verwerfen mussten. In Russland selbst wurde der Film bei inoffiziellen, geschlossenen Vorführungen in Moskau, St. Petersburg, Jekaterinburg und Nowosibirsk gezeigt.

Der Film „Kushnir“ erhielt eine besondere Erwähnung der Jury des Wettbewerbs „Artdocset-2026“ – „für die Darstellung, dass es auf der Welt keine kleinen Menschen gibt, insbesondere wenn es um Mut und Seelenstärke geht“.

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